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Ethnografie
Die Herkunft
des nauruischen Volkes ist bis heute nicht geklärt. Sie kann möglicherweise
aus der letzten malayo-pazifischen Völkerwanderung (etwa um 1200
nach Christus) erklärt werden. Wahrscheinlich waren es seefahrende
oder schiffbrüchige Polynesier, die sich niederließen, denn eine
Urbevölkerung gab es nicht.
Im neunzehnten Jahrhundert war Nauru ein berüchtigter Stützpunkt
ausländischer See- und Strandpiraten.
Ab 1888 endeten die inneren Kämpfe, die beinahe zur Selbstvernichtung
des Volkes geführt hätten. Die Verdrängung der herkömmlichen Kultur
durch zeitgenössische westliche Einflüsse macht sich auf Nauru sehr
deutlich geltend. Nur wenig ist von den alten Sitten und Bräuchen
erhalten geblieben. Kaum jemand kennt noch alte Lieder. An ihre
Stelle ist zeitgenössische Musik getreten, wie sie die Einwohner
von Nauru im Rundfunk hören.
Die Traditionen des Kunsthandwerks sind verlorengegangen. Im Alltagsleben
hat sich fast nichts Althergebrachtes erhalten. Die Einwohner tragen
die übliche Tropenkleidung: Shorts und leichte Hemden. Noch am ehesten
wird wohl der Fischfang in der traditionellen Art ausgeübt. Stets
kann man nahe der Insel Angler beobachten, die in kleinen leichten
Booten geduldig darauf warten, dass ein Fisch anbeißt. Erhalten
geblieben ist auch die Sitte des Fischfangs mit Hilfe von dressierten
Fregattvögeln. Diese stehen, wie schon erwähnt, unter besonderem
Schutz und werden nur zum Fischfang gehalten.
Die Insel hat einen eigenen Rundfunksender. Dort hat man zahlreiche
Aufzeichnungen mit hiesiger Volksmusik gesammelt. Aber selbst alte
Menschen können nicht immer den Inhalt dieser Lieder verstehen.
In der Republik Nauru ist klar zu erkennen, wie rasch das Traditionelle
seinen Platz an das Zeitgenössische abtritt.
Die Beschäftigten der Phosphatmine sind fast ausschließlich Fremdarbeiter
aus Kiribati, Tuvalu, den Philippinen, Hongkong, Australien und
Neuseeland. Die Fremdarbeiter und deren Familien stellen rund vierzig
Prozent der Inselbewohner. Die eigentliche nauruische Bevölkerung
lebt relativ sorglos in den Tag hinein; viele haben keinen geregelten
Tagesablauf. Man vertreibt sich die Zeit hauptsächlich mit dem Fangen
und Züchten von Fregattvögeln.
Quelle:
© AMDAC+ Gesellschaft für Staatenforschung / Christoph Kölzsch
Nauru / Landesnatur / Stand: September 2002
www.amdacplus.org
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